Freitag, 26. Mai

Thomas Musehold – ...kurze Leben, angetroffen im Zufall der Bücher und der Dokumente

Eröffnung: Freitag, 26. Mai um 19 Uhr
Einführung: Sally Müller
Kuratorin: Jari Ortwig
Performance angeleitet von Tanja Grix (Theaterpädagogin) mit Texten von Maurice Wernado (Diplombiologe)

Ausstellungsdauer: 27. Mai - 23. Juni 2017
Öffnungszeiten: sonntags von 14-17 Uhr
Finissage mit Performance und Gespräch: 23. Juni 2017 ab 19.30 Uhr

Thomas Musehold ist Bildhauer und entwickelt unter anderem Kleinplastiken aus abgegossenen und modifizierten Fundstücken. Nicht selten rufen diese zunächst Naturformen wach, welche sich visuell jedoch als stilisierte, lackierte und hoch ästhetisierte Skulpturen durchsetzen – Formgebung und Materialität scheinen in keinem natürlichen Verhältnis zu stehen. Vielmehr lässt ihre stoffliche Konformität an 3D-Drucke oder Computersimulationen denken. Spiegeltische, welche die Objekte in ihrer kühlen Präsenz unterstützen, öffnen einen virtuellen Raum in die Tiefe und werden gleichzeitig zum quasi wissenschaftlichen Support ihrer Untersuchung von allen Seiten.

Der Künstler spielt mit verschiedenen Ebenen der Bedeutungszuschreibung, welche sich nicht mehr nur auf die visuelle Sprache der Bildhauerei und ihrer räumlichen Inszenierung beschränkt. Mit der Einbeziehung wissenschaftlicher Erstbeschreibungen, wie sie von Biologen bei der Erforschung einer neuen Pflanzenart verfasst werden, wird die Rezeption der Artefakte durch das Medium Text abermals in eine naturwissenschaftliche Richtung gelenkt.

Das Rezitieren der Texte durch Kinder und Jugendliche, die während der Eröffnung wie aus dem Nichts erscheinen, transportiert entsprechende inhaltliche Informationen in avanciertem Fachjargon körperlich und stimmlich direkt in den Ausstellungsraum. 

Ein Gespräch mit dem Künstler, der Kuratorin, Tanja Grix (Theaterpädagogin) und M. Wernando (Diplombiologe) zur Finissage gibt Aufschluss über den gemeinsamen spartenübergreifenden Arbeitsprozess und lässt Raum für Fragen und Assoziationen.

Weitere Informationen zum Künstler: www.thomasmusehold.com

Freitag, 26. Mai

Showing der Tanzresidenz

MARIA GOLDING “ZERO HERO”

Freitag,  26. Mai 2017 um 20 Uhr im Tanzatelier 0.10

Angst ist eine der treibenden (und lähmenden) Kräfte in unserer Welt. Wir wachsen mit Angst auf, gewöhnen uns eine Rhetorik der Angst. Sei es im Elternhaus, in der Schule oder in der Politik. In Zeiten globalisierten Informationsflusses ist es wohl mehr ein Übermaß an Schreckensnachrichten als Unwissenheit, das Angst schürt.

Ist es (un)möglich uns von dieser Angst zu lösen? Was bedeutet es angstfrei zu sein, gar furchtlos? Wie weit können wir gehen? Ein Experiment zu einem Denkmodell. Premiere am 31.5.2017 in der Orangerie - Theater im Volksgarten.

Maria Golding studierte an der Zürcher Hochschule der Künste und dem Zentrum für Zeitgenössischen Tanz Köln. Ihre Arbeit setzt einen Fokus auf die Rolle und Beteiligung des Publikums. Sie eröffnet dem Publikum Entscheidungsräume, lädt dazu ein, sich zu positionieren, sich zur Arbeit in Bezug zu setzen und sich zu entscheiden, wie man die Performance erleben möchte. Marias letzte Arbeit “What happened before” wurde im Kulturbunker in ausverkauften Vorstellungen aufgeführt und im Rahmen von “Made in Köln 2016” gezeigt.

FREIER EINTRITT
In Verbindung mit der Ausstellungsreihe des Q18 / Quartier am Hafen

Foto (c) Michael Maurissens

Freitag, 23. Juni

Literatur in den Häusern der Stadt

Lesung 9

Donna Tartt
Der Distelfink

Aus dem Amerikanischen von Rainer Schmidt und Kristian Lutze
Gelesen von Edda Fischer

Es passiert, als Theo Decker dreizehn Jahre alt ist. An dem Tag, an dem er mit seiner Mutter ein New Yorker Museum besucht, verändert ein schreckliches Unglück sein Leben für immer. Er verliert sie unter tragischen Umständen und bleibt allein und auf sich gestellt zurück. Theo versinkt in tiefer Trauer, die ihn lange nicht mehr loslässt. Auch das Gemälde, das seit dem Ereignis verbotenerweise in seinem Besitz ist und ihn an seine Mutter erinnert, kann ihm keinen Trost spenden. Ganz im Gegenteil, es scheint ihn geradezu in eine Welt der Lügen und falschen Entscheidungen zu ziehen...

Donna Tartt wurde 1963 in Greenwood, Mississippi, geboren. Noch während ihres Studiums am Bennington College in Vermont begann sie mit der Arbeit an ihrem ersten Roman "Die geheime Geschichte" und schrieb sich damit unter die wichtigsten zeitgenössischen Autorinnen Amerikas.

Edda Fischer wohnt in Köln, ist Schauspielerin und Sprecherin mit Schwerpunkt auf Hörspielen, Dokumentationen und Lesungen. Sie ist u.a. für den WDR, den Deutschlandfunk sowie Arte und 3Sat tätig.

Im Anschluss an die Lesung eröffnet um 19.30 Uhr die 2. Ausstellung der Reihe des Q18, die 2017 von Jari Ortwig kuratiert wird. Der Künstler Thomas Musehold spielt mit der Überformung seiner Werke durch Wissenschaftssprache, jedoch agieren in einer Performance Kinder und Jungendleiche anstelle von Fachleuten.

Termin: Freitag, 23. Juni 2017, 18.00 Uhr (Einlass: 17.30 Uhr)
Karten 22/15 Euro (zzgl. VVK)

"Der Distelfink" ist im Goldmann Verlag erschienen.