06.Dezember - 10.Januar 2013

Katja Donnerstag & Yvonne Klasen - Pause

Das Atelierhaus Quartier am Hafen zeigte vom 6. Dezember 2013 bis zum 10. Januar 2014 im Rahmen seines Ausstellungsprogramms eine ortsbezogene Raumsinstallation mit neuen Arbeiten der Künstlerinnen Katja Donnerstag und Yvonne Klasen, kuratiert von Anne Mager.

Wenn niemand mich danach fragt, weiß ich's, will ich's aber einem Fragenden erklären, weiß ich's nicht.“ 
(Augustinus zum Wesen der Zeit)

Hat man sich Sisyphos, wie von Camus vorgeschlagen, als einen glücklichen Menschen vorzustellen? Denn abseits der nicht endenden Mühsal bleibt er doch Herr seiner Tage, seines Felsens und schlussendlich seines Schicksals.

Auch Katja Donnerstag und Yvonne Klasen erarbeiteten in ihrer gemeinsamen Ausstellung im Quartier am Hafen ihre eigene Zeit- und Raumdimension. Die Ausstellung PAUSE spielte mit den Möglichkeiten von Wiederholung, Endlosigkeit und präzise gesetzten Irritationsmomenten – in einem ganz eigenen Tempo.

Die beiden Künstlerinnen vereint die sichtbare Faszination am Möglichkeitsreichtum von Medien und Materialien. Auch ihren Arbeitsabläufen geben sie prozesshafte Freiräume, die zu unerwarteten und dennoch intendierten Ergebnissen führen – Zufälle lassen sich nicht planen, aber methodisch nutzen. Es sind die kleinen Verschiebungen und Ungenauigkeiten, die richtungsweisend in der Arbeit von Katja Donnerstag und Yvonne Klasen sind und ihnen weit jenseits bloßer Willkür ihre poetische Leichtigkeit verleihen.

So auch bei den sorgfältig entwickelten Interventionen im Ausstellungsraum des Quartier am Hafens: Die hier gezeigten Endlos-Kommunikationsschleifen, Raumverschiebungen und -wiederholungen kitzeln die Wahrnehmung des Betrachters. Die einzelnen Elemente der gemeinsam konzipierten Ausstellung entfalten ihren assoziativen und performativen Charakter und verschmelzen zu einer situativen Gesamtinstallation.

PAUSE war kein lauter Ausbruch aus Routinen und hektischen Hypes, sondern vielmehr eine präzise, sensible und doch luftig-leichte Beobachtung von Raum, Zeit und Situation.

27.September - 18.Oktober 2014

Gonzalo H. Rodriguez & Kuai Shen - The Initiate (you) And THE mystics (them) 

Das Atelierhaus Quartier am Hafen in Köln-Poll zeigte vom 28. September bis zum 18. Oktober 2013 im Rahmen seines Ausstellungsprogramms eine interdisziplinäre Installation mit neuen Arbeiten der Künstler Gonzalo H. Rodriguez und Kuai Shen, kuratiert von Anne Mager.

Ausgangspunkt der Ausstellung „The Initiate (You) & The Mystics (Them)" waren zwei der erfolgreichsten und komplexesten Gesellschaftsmodelle des Planeten: Menschen und Ameisen. Gonzalo H. Rodriguez (geb. 1981 in Peru, Studium an der San Francisco Universität und der Katholischen Universität in Quito/Ecuador und an der Kunsthochschule für Medien Köln) und Kuai Shen (geb. 1978 in Ecuador, Studium an der San Francisco Universität von Quito/Ecuador und der Kunsthochschule für Medien Köln) nahmen keine einfache Gegenüberstellung der zwei Sphären Biologie und Soziologie vor, sondern entwickeln vielmehr ein dynamisches und dokumentarisches Ritual. Im Ausstellungsraum des Quartier am Hafens präsentierten sie eine übergangslose, organische und künstlerische Fusion von visuellen Inszenierungen. In einer dreiteiligen Rauminstallation verbanden die beiden Künstler, die hier erstmalig gemeinsam künstlerisch zusammenarbeiten, biologische und soziologische Aspekte mit medialen, narrativen und performativen Elementen – und lebenden Organismen.

Der Ausstellungsraum wurde zum Labor und diskursiven Sphäre, zum Forschungs- und Lebensraum. Im Zentrum stand eine raumgreifende Installation aus transparenten Acrylkugeln, die eigens gezüchtete Ameisenkolonien beheimaten. Filmaufnahmen, die dieses Ökosystem ausleuchten, zeigten Analogien des sozial-parasitären Ameisenstaats zum menschlichen Sozialleben auf. Der essayistische Film, der als zweiter Bestandteil der Ausstellung gezeigt wurde, verband urbane Beobachtungen und verfremdete sozialwissenschaftliche Aussagen zu einer poetischen und mystischen Erzählung. Die Sound- und Diaperformance zur Eröffnung erweiterte das multimediale Szenario um die Themen Exotismus, Mystizismus und ritualisierte Verhältnisse. Gonzalo H. Rodriguez und Kuai Shen untersuchten mittels Bild, Sound und Text anthropologische Fragestellungen und die rituelle Verwandlung vom Mensch zum Tier.

Mit „The Initiate (You) & The Mystics (Them)" überschritt das Künstlerduo die Grenzen der wissenschaftlichen Disziplinen und führte sie künstlerisch neu zusammen. Gonzalo H. Rodriguez und Kuai Shen schufen eine komplexe Lebens- und Gedankenwelt, die die Parallelen und Differenzen in der Phänomenologie von Menschen und Ameisen untersucht. Denn, so der Anthropologe Lévi-Strauss: „Man muss zuerst die Unterschiede beobachten, um die Eigenschaften zu entdecken.“

Mit freundlicher Unterstützung durch die Kunststiftung NRW und das Kulturamt der Stadt Köln.

22.Februar - 22.März 2013

Anna Sokolova - Schwarz Weiss Schwarz

Das Atelierhaus Quartier am Hafen zeigte vom 22. Februar bis zum 22. März 2013 im Rahmen seines Ausstellungsprogramms eine ortsbezogene Medieninstallation mit neuen Arbeiten der Künstlerin Anna Sokolova, kuratiert von Anne Mager. Die in der Einzelausstellung „Schwarz-Weiß-Schwarz“ gezeigten Interventionen im Innen- und Außenraum setzten sich anhand der Symbolik der Fahne mit Fragen der Monumentalität und künstlerischer Autonomie auseinander.

Das Hissen einer Fahne ist immer ein symbolträchtiger Akt. In stolzer Positionierung schwingt die weißrussische Medienkünstlerin in ihrer neuesten Arbeit „Schwarz-Weiß-Schwarz. Manifest“ eine gigantische Fahne, ein weißer Balken auf schwarzem Grund erhebt sich durch die Lüfte. Anna Sokolovas Werk ist jedoch weniger politisches Statement, sondern fokussiert die Reduktion von Form und die Definition von Raum.

Die weißrussische Medienkünstlerin (geboren 1975 in Minsk, Belarus) untersucht bereits seit mehreren Jahren die Wechselwirkungen zwischen architektonischer Umgebung und skulpturalem Potential des bewegten Bildes. Als Grundelement dient ihr die Bewegung einer weißen Linie auf schwarzem Untergrund. In ihrer Reihe „Ornament“ setzt sie diese in alternierenden Formationen mit der jeweiligen Architektur und dem Betrachter in einen Dialog. Nun überträgt Sokolova das Element des schwarz-weißen Ornaments in den dreidimensionalen Raum. Sowohl im Ausstellungsraum als auch auf dem Außengelände des Quartier am Hafens erfährt die Fahne eine Umnutzung zum skulpturalen Medium. Anna Sokolova formulierte mit „Schwarz-Weiß-Schwarz“ ein Manifest der künstlerischen Souveränität und formal-ästhetischen Autonomie.  

14.Juni - 5.Juli 2013

Caroline Bayer - Depot 

Caroline Bayer (geb. 1973 in Stolberg, Rheinland, lebt und arbeitet in Berlin) geht in ihren Arbeiten auf Spurensuche. In ihren Zeichnungen, Objekten und Installationen erforscht sie den urbanen Raum, seine Muster und visuellen Ordnungsstrukturen. Sie greift architektonische Versatzstücke – Fassadenelemente, Grundrisse, Zweckkonstruktionen oder bestehende räumliche Ordnungssysteme – der Umgebung auf, analysiert und reduziert sie auf ihre Grundformen und setzt sie in einen neuen ästhetischen Kontext.

Auch für ihre Einzelausstellung im Quartier am Hafen stellte die umgebende Industrielandschaft den Ausgangspunkt für die Ausstellungskonzeption dar. CarolineBayer begab sich auf Erkundungsreise durch das rechtsrheinische Hafengebiet und transferierte die vorgefundenen Strukturen installativ in den Ausstellungsraum Q18. Wie Morsecodes oder Partituren muteten die Elemente ihrer hier gezeigten raumgreifenden Gitterstrukturen auf den ersten Blick an. Die reduzierten schwarz-weißen Raster-Module griffen die Rhythmen der umgebenden Architektur, Güterzugtrassen und Industriebrachen auf und bildeten eine visuelle Neu-Komposition, die vom Betrachter wie Codes, Schriftzeichen oder Notationen gelesen werden konnten.

Caroline Bayer setzte mit 'depot' im Ausstellungsraum Q18 ein orts- und Raumbezogenes Konzept um, das sich auf das umgebende Areal und seinen spezifischen Charakter bezog und somit eine Verbindung zwischen Innen und Außen schuf.