4.März - 1.April 2016

Jessica Twitchell & Thomas straub - the assembling white smoke

The Assembling White Smoke - der montierte weisse Rauch so der Titel der ersten gemeinsamen Ausstellung von Jessica Twitchell und Thomas Straub.

Für die Ausstellung im Q 18 entwickeltenTwitchell und Straub gemeinsam eine raumgreifende Arbeit. Mit einem architektonischen Ansatz errichteten sie einen schamanistischen Bau, der sein illusionistisches Dasein ganz von selbst unterwandert.

Hierbei bezogen sich die Künstler auf zwei altertümliche Rundbauten aus ganz verschiedenen Kulturkreisen, zu denen Straub und Twitchell jeweils eine persönliche Verbindung haben.

Zum einen handelte es sich um einen Schwarzwälder Holzkohlenmeiler - ein Bau, welcher einzig zur Holzkohle Erzeugung gebaut und hier für in Brand gesetzt wird - und zum anderen um ein Miwok Assembly House, ein zu rituellen Tänzen benutzter Rundbau der californischen Miwok Indianer.
Trotz der unterschiedlichen Nutzung ist ihnen jedoch eine abstrakte Verwandtschaft inne.

Twichell und Straub nahmen in der von ihnen entwickelten Ausstellungsarchitektur/Installation die offensichtlich formale Verwandtschaft der Konstruktionen des Meilers und des Assembly Hauses auf.

Bei beiden Künstlern spielt das Hinterfragen des Bildes und der Bildhaftigkeit eine große Rolle. Mythische, traditionelle und bekannte Elemente und Symbole werden aufgegriffen und in die heutige Zeit überführt, um somit neu beleuchtet zu werden.

Ist es bei Straub eher das Reduzierte, Sakrale, ist das Mittel bei Twitchell eher die Repetition und eine dadurch entstehende, moderne Ornamentik.

Der Titel der Ausstellung war eine Art Metapher für die abstrakte Verwandtschaft.

http://marcelwurm.studio/q-achtzehn/

<pre wrap="">Fotos: Martin Plüddermann</pre>

3.Juni - 1.Juli 2016

Sabine bokelberg & Bert Didillon – ideal x 

In der Entscheidungstheorie gibt es eine Entscheidungslogik, die in Situationen der Ungewissheit eingesetzt werden kann. Sie nennet sich Effectuation.

Anstatt Ziel- und Zukunftsorientiert zu handeln, gehen die Akteure von den gegebenen Umständen, den verfügbaren Mitteln und den eigenen Möglichkeiten aus. Zufälle und Unerwartetes werden hierbei als Möglichkeit erwogen und können in den Arbeitsprozess einfliessen.

In diesem Sinne ließen sich Sabine Bokelberg und Bert Didillon auf die gegebenen Umstände ein. Nach ersten Begehungen des Ausstellungsraums, der Erkundung der Umgebung des Quartier am Hafens und vorangegangenen Recherchen, begaben sie sich gemeinsam in einen künstlerischen Prozess.

Es fand ein Austausch per mail, per Telefon und per Versenden von Paketen zwischen Berlin und Köln mit Materialien, Ideen und Skizzen statt. So kamen sie auch zu dem Titel. IDEAL X ist der Name eines der ersten Container Schiffe.
Gleichzeitig steht das X in der Mathematik für eine Variable unbekannten Inhalts.

„IDEAL X - Ideal des Unbekannten – Experiment - Geheimnis – Variable – Containerschiff. Für uns prallen da viele Dinge aufeinander, die spannend klingen. Ideal X verspricht etwas und lässt dieses Versprechen als freistehendes X erscheinen, eine Aufforderung sich auf ein Spiel mit einer / etwas Unbekannten einzulassen.“ erklärt Bokelberg.

In diesem gesetzten Rahmen reagierten sie auf Raum, Material und entwickelten in einem stetigem Dialog Schritt für Schritt die Ausstellung.

 Fotos: Martin Plüddermann

 

27.August - 18.September 2016

Tanja Goethe & Christian Odzuck - terrassino poll

Ihr gemeinsames Interesse für die Prozesse der Stadt verbanden die Künstler Tanja Goethe und Christian Odzuck in der Konzeption einer Arbeit für den öffentlichen Aussenraum des Quartier am Hafen. 

Der Ausgangspunkt für Terrassino Poll ist sehr konkret. Als Baumaterial fungieren Kunststoffhocker, wie sie im außereuropäischen Raum allgegenwärtig als lose Arrangements in der Stadt anzutreffen sind. Durch diese entstehen selbstentwickelte Freiräume mit einer hohen informellen urbanen Qualität. 

Ein gestufter Block, der leicht und filigran in die Höhe wächst. Eine Wiederholung des immer gleichen Modells eines Kunststoffhockers. Die Skulptur wird dem zeitlichen Prozess überlassen und die Streben werden von Früchten tragenden Ranken überwuchert.

Ihrem Interesse für Brach- und Parkflächen folgend, spielt Goethe mit den Möglichkeiten die Akteure, Historie und Bestandteile wie Erde, Pflanzen und Bebauung in den urbanen Raum einbringen, und löst aus den Recherchen Bilder für Transformationen dieser Orte heraus.

Die Ausstellungsreihe „Gustavs Park“ entwickelte sie als Künstlerin auch kuratorisch. Neben den Arbeiten anderer Künstler wurde 2015 ihre permanente Installation „Khave Molasi“ vor dem Maschinenhaus Essen gebaut - eine Sitzgruppe aus Keramik- und Betonabformungen eines Kunststoffhockers. In Köln arbeitet sie aktuell an einem Projekt für die Raderberger Brache. 

Ausgangspunkt für Christian Odzucks künstlerische Arbeiten ist das Interesse an Prozessen der Wahrnehmung und die Frage wie Realität in gesellschaftlichen, sozialen und ökonomischen Kontexten entsteht. Durch einen interdisziplinären Ansatz arbeitet er im Zwischenbereich von Bildender Kunst, Architektur und Design. Modulare Systeme mit repetetiven Formen bilden im Aufbau seiner architektonischen Strukturen eine wichtige Rolle. Auf der anderen Seite sind 2013 in Mönchengladbach und 2015 in Rheda-Wiedenbrück große Betonbauwerke als Pavillonarchitekturen entstanden, die seinen subtilen Umgang mit der Bricollage sehr manifest vermitteln. 

Die Installation ist permanent im Aussengelände des Quartier am Hafens zu sehen.

22. Oktober - 18. November

vanja smiljanić & lukas marxt – echos from the sky

Auf die Einladung hin, eine Duo-Arbeit für die Ausstellungsreihe im Quartier zu entwickeln, konzipierten die Künstler Vanja Smiljanić & Lukas Marxt aus einigen bereits vorhandenen Arbeiten eine Szenerie, die den Raum in eine fast wissenschaftlich anmutenden Forschungslabor verwandelte und den Besucher mit visuellen und akustischen Eindrücken gleichermassen konfrontierte.
Es entstand in der Collaboration ein Zusammenspiel aus einer Videoarbeit von Lukas Markts und Vanja Smiljanićs Interesse an analogen Technologien und Sci-Fi-Povera Skulptur.

Die Ausstellung ECHOES FROM THE SKY ging von dem Film CURENT SHOT 02 - einer Zusammenarbeit von Lukas Marxt und Jung An Tagen - aus, der die Simulation einer Lawine zeigt.
Ein für den Film entwickelter Sound von Jung An Tagen erzeugte eine Akustik, die sich an einem Punkt im Raum verstärkte. Diese Stelle war jedem Besucher nur einzeln gewehrt. Vanja Smiljanić & Lukas Marxt entwickelten ein Hohlspiegelmikrofon und ein futuristisch wirkendes Sitzgestell von dem aus der Film betrachtet und der absolute Sound erfahren werden konnte. Sound-Spiegel sind analoge Verstärker, die im 1. Weltkrieg vor der Erfindung des Radars erstmals entwickelt wurden. Sie wurden eingesetzt, um ankommende feindliche Flugzeuge zu erkennen, indem sie die Geräusche ihrer Motoren verstärkten. 

Mit dieser Inszenierung wurde der Ausstellungsraum in eine Art wissenschaftliches Forschungslabor mit einer ganz eigenen Atmosphäre verwandelt. Hier sollte der Versuch, mit dem Universum in Verbindung zu treten und eine Ebene wahrnehmen zu können, welches uns normalerweise verwehrt bleibt, ermöglicht werden.
In Ihrer Lecture Performance, welche Smiljanić für die Ausstellung entwickelt hat, ging sie von der gegebene Situation im Raum aus und versuchte eine alternative Verwendung für die reflektierenden Gegenstände zu finden, indem Sie mit den Besuchen in einem physikalischen Experiment die Beugung der Lichtwellen - eine Deflexion - anstrebte.

In ihren Arbeitsweisen wollen beide Künstler dem nicht Fassbaren, der Magie der Zwischentöne, dem Übersinnlichen im Hier und Jetzt auf die Spuren kommen und diese zu fassen suchen.